Ungarnfahrt vom 25.04. bis 28.04.2018

Es sollte meine dritte Tour nach Ungarn sein. Dieses Mal begleiteten mich meine Mama Silke sowie mein Kumpel Malte, der damit wir morgens rechtzeitig starten konnten extra einen Tag vorher aus Flensburg kam. Unsere Hintour zog sich leider aufgrund von Baustellen, die sich über drei Ländergrenzen zogen, und Staus bis in die frühen Morgenstunden, so dass nach Beziehen unseres Apartments um 01:30 Uhr und dem bevorstehenden Treffen um 09:00 Uhr mit Victoria und Zsanett nur wenig Zeit zum Schlafen verblieb.

Mit ein paar unserer mitgebrachten Spenden machten wir uns direkt auf den Weg zu Rita, die uns freudig aber doch etwas gestresst erwartete. Malte konnte hier zum ersten Mal seine Qualitäten als Verteiler von Streicheleinheiten an die Hündinnen Masni, die nun ein Zuhause in Österreich gefunden hat, Molly, die bezaubernd zu Kindern passen würde und dem Neuzugang Cukorborsó (Zuckerkugel), die am Freitagabend noch mit einer Überraschung aufwarten sollte, beweisen. Nachdem wir auch die Junghundgruppe sowie Ledi fotografiert und gefilmt hatten, machten wir uns auf dem Weg durch das Dorf.

Als erstes besuchten wir Lulu, eine Pumimischlingshündin, und ihre quirlige Rasselbande von 7 Welpen, die derzeit noch etwas unter Hautproblemen leiden. Selten haben wir so eine bunte Geschwistermischung gesehen, einer bezaubernder als der andere. Wir verließen die acht und fanden ein, zwei Häuser weiter zwei Staffs an viel zu kurzen Ketten hängend vor, natürlich war auch bei Temperaturen um die 30 Grad kein Wasser für die beiden weit und breit zu finden. Rita holte sofort frisches Wasser und sie und Victoria nahmen sich vor am nächsten Tag die Besitzer aufzusuchen und einige Takte mit diesen zu reden.

Auf der sonst leeren Vorterrasse zeigte uns Rita in einer Box 4 Welpen, die man einfach auf dem Gelände ausgesetzt hatte. Wir beschlossen sie nachher zu Anita, einer weiteren Pflegestelle zu bringen, da dort bereits ein Welpenkindergarten vorhanden war.
Als wir auf dem Weg zu Luna waren, wurden wir auf einen Sharpei-Mix-Rüden aufmerksam, der sich nicht einmal richtig hinlegen konnte, weil die Kette um seinen Hals viel zu kurz war. Unsere ungarischen Kollegen riefen die Besitzer hinaus und nach einigem Hin und her äußerte der Mann, er bräuchte den Hund nicht mehr der Verein könne ihn übernehmen. Somit wird auch dieser freundliche Kerl demnächst auf unserer Homepage zu finden sein.

Nachdem wir die 4 Welpen eingeladen hatten, fuhren wir zu Anita, die uns schon erwartete. Auch hier befinden sich viele tolle Hunde und gerade Bruno ein etwas zu kurzgeratener Staffmix bereitet uns immer wieder Freude, da er nun seinen eigenen Kinderhort mit viel Spaß und noch mehr Geduld führt. Die 4 Welpen aus Ritas Dorf, 3 Mädchen und ein Junge, tauten sehr schnell auf und missbrauchten den gutmütigen Bruno öfters als Sportgerät. Leider hat sich auch ein kleines Drama angebahnt, denn Malte und die eine kleine Hündin haben sich wirklich gefunden, Stöpsel wie er sie liebevoll nett, wäre nur zu gerne unter seinem Oberteil verschwunden.

Als letztes besuchten wir Muki, der derzeit auf dem Gelände eines zu verkaufenden Grundstücks lebt. Seine vorherigen Besitzer hatten keine Lust mehr auf den etwa einjährigen Rüden und entschieden sich diesen einfach nicht mehr zu füttern, sodass er verhungert wäre, wenn nicht aufmerksame Menschen sich seiner angenommen hätten. Muki stellte sich uns als sportlicher aktiver Hund vor der nach jeder Aufmerksamkeit hascht. Ein wirklich toller Hund der Menschen sucht, die ihn zu schätzen wissen
Mit etwas Wehmut verließen wir Miki und ließen den Abend notgedrungen erstmal mit einem Essen ausklingen, da wir leider keinen Schlüssel für die Außentür unseres Apartments bekommen hatten und Csaba unterwegs war.

Am Freitagmorgen trafen wir uns mit Victoria und sammelten Dosenfutter, Frischfleisch und Trockenfutter für Biszu und ihre 5 Jungs ein. Da die Pflegemutter scheinbar noch schlief, ließ uns ein Nachbar auf das Grundstück. Das jemand diese freundliche Hündin wirklich mitten im Winter mit ihren Welpen aus dem Auto geworfen haben konnte, wollte nicht so wirklich in unsere Köpfe. Und auch ihre Jungs tauten nach kurzer Zeit auf und ließen sich nur zu gerne kraueln. Wir hängten unser mitgebrachtes Frischfleisch in einen der Bäume, damit konnten wir zwar die hündischen Diebe abhalten aber leider nicht die menschlichen, wie wir kurze Zeit später erfahren mussten.
Als nächstes besuchten wir Koros das Bürgermeisteramt und ich konnte meinen Denis streicheln, der sich das erste Mal sofort versuchte auf den Rücken zu legen, ja er und ich wissen genau das ich ihn sofort holen würde, wenn die Umstände anders wären und so hoffe ich immer noch das sich jemand für ihn findet der ihn genauso liebt wie ich. Für uns weniger schön war das Nelly und auch Holly nun beide an der Kette sind. Beide Damen haben leider ihre Vorteile genutzt um Jagd auf Schwächere zu machen und müssen nun mit den Konsequenzen leben.

Wir suchen für Nelly unbedingt ein sportliches Zuhause, wo man sie fordert und fördert, aber bitte ohne Katzen und Holly benötigt einfühlsame Menschen, die nicht unbedingt ein Faible für Ziegen haben oder Holly in solchen Situationen händeln könnten. Aus Koros trugen wir Monalisa, die bis zu ihrer Abreise am Samstag bei Rita untergebracht wurde sowie ihre Schwester Marie, die nicht allein bleiben sollte.
Leider machte die Schaltung unseres Belas Zicken und wir mussten eine Autowerkstatt aufsuchen. Wir möchten uns hier ganz herzlich bei Victoria für ihre Übersetzung bedanken sowie bei dem Mechaniker, der uns nicht gleich wieder fortschickte, sondern 1 ½ Stunden brauchte, alles wieder gut abschmierte damit wir problemlos wieder nach Hause reiste.

Den Nachmittag verbrachten wir dann mit Csilla erst bei Piroska, einer tollen Frau, die selber so wenig hat, aber ihre ganze Energie darein steckt Hunde, die vorher eher schüchtern bis ängstlich waren an Menschen zu gewöhnen. Derzeit leben Drasze und Dante bei ihr. Von Piroska kurz vor der kroatischen Grenze fuhren wir nach Ipacsfa, wo wir freudig von Gabor begrüßt wurden. Auch hier machten wir unsere Fotos und hoffen sehr das damit auch die letzten beiden Vermittlungshunde von dort Gabor und Bator ein Zuhause finden, weil aufgrund des Gesundheitszustandes de Pflegers, diese ganz dringend geschlossen werden muss.

Den Abend ließen wir zusammen mit Victoria, Zsanett und Csilla ausklingen und unterhielten uns über zukünftige Pläne und unsere Eindrücke. Wir waren gerade ins Gespräch vertieft als Csilla eine Nachricht von Rita bekam, Zuckerkugel hatte gerade den ersten von drei Welpen zur Welt gebracht, damit hatte nun wirklich niemand gerechnet. Mit diesen drei Welpen betreuen unsere ungarischen Kollegen derzeit 33 Welpen in verschiedenen Altersstufen und ein Ende der Welpenflut ist nicht abzusehen.

Unsere Rücktour mit Lini, Monalisa, Bella, Aldo, Freddie und Frieda war geprägt von netten Menschen, die sich freuten ihre neue Familienmitglieder in Empfang zu nehmen, aber auch zu unserer Freude kam es immer mal wieder zu Staus gerade in Tschechien. Um 04:00 Uhr morgens konnten auch wir uns endlich zur Ruhe legen.

Am Ende möchte ich gerne Malte zitieren: „Je schöner die Umgebung, umso ärmer die Menschen, aber je ärmer die Menschen, umso mehr setzen sie sich für die Hunde ein!“

Und gerade deswegen werde wir bzw. ich wieder nach Ungarn fahren!
Eure Wiebke Försterling

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Reisebericht 25.-28.04.2018
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